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V. Hirtenlied aus Riesengebirge

1. Wenn ih gleich a Hirt ner bin, ho ih du en freien Sinn; Führ ih du e söches Leben, wos mit latter Lust ümgeben, Weil ih ner mein Hirtenstab zu mein treu’n Begleiter hab.

2. Z' morgenst wenn die Sunn aufgeht u der Thau in Grusen steht, Trei i mit verliebten Schal meine Viecher as’n Stal. Af ein grüne Hutweid hin, ob ih glei e Hirte bin.

3. Af der Wiesen un am Klee ih so lang da ümmer geh, Bis ih thu e Brünel finnen, daß mei Viecah kann da dras trinken; Alda setz ih mi in Ruh, nimm mei Schwegel, pfeif derzu.

4. Wird mer affer d’Zeit ze lang, sing ih mer en Waldgesang U verkriech mi in der Heckn, lehn mich an mein Hirtenstecken U dergreif die Flödn mit Freud und vertrei mer so die Zeit.

5. Mei Hund is e muntres Thier u ih brauch’n imma mehr; Mittag, wenn ih ruh und schlaf, wacht er mir af meine Schaf, U er treibt mir manches bei bis zer späten Abenzeit.

6. Wirds dann Nacht, so trei ich ein, was kann eim vergnügter sein! Da kann ih na meinen Willn meine Lust na Frieden g’stilln. Es is wahr und wirds a bleibn: Lusti is dös Hirtentreibn!

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